Manchmal macht es Sinn, über den Tellerrand zu schauen. Schon seit geraumer Zeit beschäftige ich mich mit der Übertragung des „Tumorboards“ aus der onkologischen Medizin auf die gerontopsychiatrische Pflege und Versorgung. In unserem DZLA-Podcast „WissenstransFair“ habe ich nun ein erstes Mal darüber gesprochen. In der kommenden Ausgabe von „pflegen: Demenz (55/2020) habe ich einen ersten Artikel dazu geschrieben. Bereits jetzt erschienen sind meine Gedanken in der aktuellen Folge (eps. 006) des DZLA-Podcast „WissenstransFair.

Hier einige Auszüge aus dem im Juni erscheinenden Artikel zum Demenzboard in „pflegen: Demenz“:

Im Rahmen einer Behandlung von Menschen mit einer Krebserkrankung führen Krankenhäuser Tumorkonferenzen sogenannte „Tumorboards“durch, bei denen von einem Expertenteam vorgestellte Fälle multidisziplinär besprochen und gemeinsam eine Therapieplanung verabschiedet wird. Vor Beginn der Tumorkonferenz erhalten die Teilnehmenden bereits die wichtigsten Informationen zur Einarbeitung in die Fragestellung. Anfangs stellt die behandelnde Medizinerin/ der behandelnde Mediziner der erkrankten Menschen mitsamt allen wesentlichen Informationen vor dem Expertenteam vor. Dann werden die Diagnostik und Therapie gemeinsam im Team diskutiert. Das Konzept der Tumorkonferenzen sollte in meinen Augen auf die Versorgung von Menschen mit einer Demenzerkrankung in besonderen Krisen übertragen und angepasst werden (Rüsing 2020).

[…].

In einem multidisziplinären „Demenzboard“ wären unterschiedlichste Disziplinen vertreten. Die Leitung sollte eine Person mit gerontopsychiatrischer Pflegefachexpertise übernehmen. Ein vollständig besetztes „Demenzboard“ würde neben der Leitungsperson aus jeweils einer Vertreterin/einem Vertreter der Disziplinen Pflege, Allgemeinmedizin, Neurologie, Radiologie, Psychologie, Ethik, Musiktherapie, Ergotherapie, Physiotherapie, Pharmazie, Angehörigenvertretung, Pflegemanagement und der Betriebswirtschaft bestehen. 

Detlef Rüsing in „pflegen: Demenz“ 55/2020 “ im Artikel „Wir „stehlen“ bei der Medizin –
Das „Demenzboard“ muss her– wie Technik und fremde Professionen einen Mehrwert für Menschen mit Demenz bieten können“ (VORABABDRUCK)

Schon jetzt etwas zum „Demenzboard“ in der neuen Folge des podcast „Wissenstransfair“

IN jeder Folge unseres Podcast WissenstransFair an der Hochschule Osnabrück gibt es zu Beginn nach dem Aktuellen eine Rubrik mit dem Namen „Nur ein kurzer Gedanke“. In der 6. Episode (Mai 2020) habe ich dort meine ersten Gedanken zum Konzept des „Demenzboards“ mit den geneigten Höheren geteilt.


Was meinen Sie? Wäre das eine gute Idee?

Das DZLA plant gerade das erste öffentlich zugängliche Demenzboard. Schauen Sie auf den Seiten vorbei … bald geht es los!

Sie können den Podcast auch auf diesem Blog hören: http://detlef-ruesing.de/podcast-wissenstransfair